Ports für Gameserver: Welche du brauchst und wie du sie freigibst
Standard-Ports für Minecraft, FiveM und Garry's Mod, Freigabe unter Windows, Linux und im Router sowie Sicherheitstipps für deinen Gameserver.
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Standard-Ports für Minecraft, FiveM und Garry's Mod, Freigabe unter Windows, Linux und im Router sowie Sicherheitstipps für deinen Gameserver.
Damit Mitspieler deinen Gameserver erreichen, muss der richtige Port an drei Stellen offen sein: in der Konfiguration des Spiels, in der Firewall des Servers und, falls du zu Hause hostest, im Router. Minecraft Java nutzt standardmäßig 25565, FiveM 30120 und Garry’s Mod 27015, jeweils mit eigenen Anforderungen an TCP und UDP. In diesem Leitfaden findest du die Standard-Ports der wichtigsten Spiele, die Befehle für Windows und Linux, typische Fehlerquellen und die Sicherheitsregeln, mit denen du nur so viel öffnest wie nötig.
Eine IP-Adresse führt Datenpakete zum richtigen Rechner. Der Port entscheidet, welches Programm auf diesem Rechner die Pakete bekommt. Auf einem einzigen Server können so ein Minecraft-Server, ein FiveM-Server und ein Webserver parallel laufen, weil jeder auf einem eigenen Port lauscht. Ports sind Zahlen von 0 bis 65535; Dienste wie HTTP (80) und HTTPS (443) belegen feste, bekannte Nummern, Spiele nutzen meist höhere Bereiche.
Wichtig ist das Protokoll:
Eine Freigabe gilt immer für ein Protokoll. Wer nur TCP 30120 öffnet, obwohl FiveM zusätzlich UDP braucht, bekommt einen Server, der zwar in Listen auftaucht, bei dem aber Verbindungen abbrechen oder gar nicht zustande kommen. Genau diese Halb-Freigaben sind einer der häufigsten Gründe für Support-Anfragen.
Die folgende Tabelle zeigt die Standard-Ports der Spiele, die in deutschen Communities am häufigsten selbst gehostet werden. Alle Werte stammen aus der offiziellen Dokumentation oder dem Wiki des jeweiligen Spiels.
| Spiel | Standard-Port | Protokoll | Wo du ihn änderst |
|---|---|---|---|
| Minecraft Java Edition | 25565 | TCP/UDP | server.properties (server-port, query.port) |
| Minecraft Bedrock Edition | 19132, 19133 | UDP | server.properties des Bedrock-Servers |
| FiveM (FXServer) | 30120 | TCP und UDP | server.cfg (endpoint_add_tcp, endpoint_add_udp) |
| Garry’s Mod | 27015 | TCP/UDP | Startparameter -port |
| Source-Spiele (SRCDS), SourceTV | 27015, 27020 | TCP/UDP, UDP | Startparameter |
Laut Minecraft-Hilfecenter zu Netzwerkfehlern nutzt die Java Edition Port 25565; für Bedrock und Realms nennt Mojang zusätzlich 19132 und 19133 und bei Verbindungsproblemen weitere Ports wie 80 und 443. Diese beiden musst du auf deinem Gameserver in der Regel nicht öffnen: Sie betreffen vor allem die Verbindung des Spielers zu Mojangs eigenen Diensten.
In der server.properties lohnt ein Blick auf zwei Einträge: server-port legt fest, worauf der Server lauscht, query.port ist für Abfragen durch Server-Listen und Status-Tools zuständig. Die offizielle Anleitung zum Java-Server weist ausdrücklich darauf hin, dass der query.port der Port ist, den du im Router weiterleiten musst. Lass beide Werte im Normalfall identisch, das spart dir eine Fehlerquelle.
Der FXServer bindet laut Cfx-Dokumentation zum Vanilla-Server standardmäßig Port 30120, und zwar für TCP und UDP getrennt. In der server.cfg stehen dafür zwei Zeilen:
endpoint_add_tcp "0.0.0.0:30120"
endpoint_add_udp "0.0.0.0:30120"
Änderst du den Port, etwa auf 30121 für einen zweiten Server oder ein Proxy-Setup, müssen beide Zeilen denselben neuen Wert bekommen. Ein Server, der TCP auf 30121 und UDP noch auf 30120 bindet, startet zwar, ist aber für Spieler praktisch kaputt. Danach gibst du den neuen Port in der Firewall frei, ebenfalls für beide Protokolle.
Garry’s Mod nutzt Port 27015; das Garry’s Mod Wiki zeigt bei lokal gehosteten Spielen genau diese Adresse (localhost:27015). Spieler verbinden sich über IP:Port, zum Beispiel per Konsole mit connect. Für Source-Dedicated-Server allgemein listet eine Übersicht der Steam-Gameserver-Ports 27015 TCP/UDP für Spieldaten, Pings und RCON sowie 27020 UDP für SourceTV. Brauchst du kein SourceTV, bleibt 27020 geschlossen.
Für Rust, ARK und andere Titel gilt dasselbe Prinzip: Schau in die Dokumentation deines Server-Builds, welche Ports für Spiel, Query und RCON vorgesehen sind, und öffne nur diese. Bei gemieteten Gameservern stehen die zugewiesenen Ports meist direkt im Control Panel.
Ein Port ist erst dann erreichbar, wenn alle Stationen auf dem Weg ihn durchlassen. Gehe bei der Einrichtung immer in dieser Reihenfolge vor:
Fehlt eine Ebene, sieht das Ergebnis für Spieler gleich aus: Zeitüberschreitung beim Verbinden. Deshalb lohnt es sich, bei Problemen nicht wild weitere Ports zu öffnen, sondern Ebene für Ebene zu prüfen.
Unter Windows ist PowerShell der schnellste und nachvollziehbarste Weg. Microsoft zeigt in einem Beitrag zum Öffnen von Ports mit PowerShell das Cmdlet New-NetFirewallRule. Für einen Minecraft-Server sieht das so aus:
New-NetFirewallRule -DisplayName "Minecraft TCP" -Direction Inbound -Protocol TCP -LocalPort 25565 -Action Allow
New-NetFirewallRule -DisplayName "Minecraft UDP" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 25565 -Action Allow
Für FiveM ersetzt du 25565 durch 30120, für Garry’s Mod durch 27015. Pro Protokoll brauchst du eine eigene Regel.
Ein Detail, das oft übersehen wird, sind die Netzwerkprofile. Windows unterscheidet zwischen Domain, Private und Public. Gilt deine Regel nur für ein Profil, das an der Netzwerkkarte gerade nicht aktiv ist, wird sie ignoriert. Mit dem Parameter -Profile legst du fest, wo die Regel greift. Mit Get-NetConnectionProfile siehst du, welches Profil aktiv ist.
Tipp: Vergib sprechende Namen wie “FiveM UDP 30120”. Wenn du Monate später aufräumst, erkennst du sofort, welche Regel zu welchem Dienst gehört.
Auf Linux-VPS und Root-Servern ist unter Ubuntu und Debian häufig ufw im Einsatz. Die Befehle sind kurz:
sudo ufw allow 22/tcp
sudo ufw allow 30120/tcp
sudo ufw allow 30120/udp
sudo ufw enable
sudo ufw status numbered
Achtung: Erlaube SSH (Port 22 oder deinen geänderten SSH-Port), bevor du ufw aktivierst. Sonst sperrst du dich selbst aus und kommst nur noch über die Notfall-Konsole deines Anbieters auf den Server. Arbeitest du mit einer anderen Firewall wie nftables oder firewalld, gilt dieselbe Logik mit anderer Syntax.
Prüfe danach mit ss -tulpen, ob dein Gameserver wirklich auf dem erwarteten Port lauscht. Steht dort 127.0.0.1 statt 0.0.0.0 oder der öffentlichen IP, nimmt der Server nur lokale Verbindungen an, egal wie die Firewall eingestellt ist.
Hostest du auf dem eigenen PC, musst du im Router eine Weiterleitung anlegen. Die Menüs heißen je nach Gerät “Portfreigabe”, “Port Forwarding” oder “Freigaben”, das Prinzip ist immer gleich:
Gib dem Server-PC im Router eine feste lokale IP, sonst zeigt die Weiterleitung nach einem Neustart womöglich ins Leere. Zwei weitere Punkte machen das Heim-Hosting oft mühsam: Viele Anschlüsse bekommen keine eigene öffentliche IPv4-Adresse mehr, sodass Port-Forwarding von außen gar nicht greift. Und die Upload-Bandbreite eines Privatanschlusses reicht bei wachsender Spielerzahl schnell nicht mehr aus. Außerdem liegt deine Heim-IP dann offen bei allen Spielern, was dich für DDoS-Angriffe angreifbar macht.
Auf einem VPS oder Root-Server kannst du mehrere Instanzen betreiben, etwa einen FiveM-Testserver neben dem Live-Server oder mehrere Minecraft-Welten. Zwei Programme können aber nicht gleichzeitig denselben Port auf derselben IP belegen. Bewährt hat sich ein einfaches Schema:
| Instanz | Port | Konfiguration |
|---|---|---|
| FiveM Live | 30120 TCP/UDP | server.cfg, beide endpoint-Zeilen |
| FiveM Test | 30121 TCP/UDP | server.cfg, beide endpoint-Zeilen |
| Minecraft Survival | 25565 TCP/UDP | server-port und query.port |
| Minecraft Creative | 25566 TCP/UDP | server-port und query.port |
Halte das Schema in einer kurzen Notiz fest, zusammen mit den passenden Firewall-Regeln. Wer eine neue Instanz startet, trägt den Port dort ein, bevor er ihn konfiguriert. So vermeidest du den Klassiker: Der Port ist in der Spielkonfiguration geändert, aber in der Firewall nie freigegeben worden.
Jeder offene Port ist eine Tür nach außen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt im IT-Grundschutz-Baustein NET.3.2 Firewall, wie Firewalls aufgebaut, konfiguriert und betrieben werden sollten. Für Gameserver übersetzt heißt das: Alles ist zu, und du erlaubst gezielt nur die Ports, die dein Spiel wirklich braucht.
Praktisch bedeutet das:
Wenn Spieler nicht auf deinen Server kommen, arbeite diese Liste von oben nach unten ab:
Hilfreich ist ein Test von einem Rechner außerhalb deines Netzes, zum Beispiel über das Smartphone-Netz. Ein Test aus dem eigenen WLAN sagt wenig darüber aus, ob Spieler von außen durchkommen.
Wir sehen Port-Probleme fast immer an derselben Stelle: nicht bei der ersten Einrichtung, sondern bei der ersten Änderung. Ein zweiter FiveM-Server kommt dazu, eine Minecraft-Instanz wird kopiert, der Port in der Konfiguration angepasst, und die Firewall bleibt auf dem alten Stand. Deshalb raten wir dir, Ports wie Zugangsdaten zu behandeln: dokumentiert, mit klarer Zuordnung und ohne “wird schon passen”.
Unsere zweite Erfahrung betrifft die Sicherheit. Ein offener Spiele-Port ist kein Risiko an sich, er ist ja dafür da. Riskant werden die Nebenwege: offene Fernwartung, vergessene Test-Ports und Heim-IPs, die über einen selbst gehosteten Server bei jedem Mitspieler landen. Wer eine Community mit vielen Spielern betreibt, fährt mit einem Server im Rechenzentrum besser, weil die Heimleitung nicht mehr das Ziel ist und DDoS-Schutz auf Netzwerkebene greift.
Und schließlich: Je weniger du an Ports, Routern und Firewalls basteln musst, desto mehr Zeit bleibt für das, worum es eigentlich geht, deinen Server und deine Spieler.
— Erik
Wenn du dich nicht um Router-Freigaben und Heim-IP kümmern willst, kannst du deinen Server bei uns im deutschen Rechenzentrum betreiben, mit NVMe-SSD und inklusive DDoS-Schutz ohne Mehrkosten. Unsere Gameserver für Minecraft, FiveM, Garry’s Mod und Rust starten ab 5,57 € im Monat für Minecraft, ab 6,14 € für FiveM, ab 6,49 € für Garry’s Mod und ab 14,99 € für Rust. Möchtest du mehrere Instanzen und deine Firewall selbst verwalten, ist ein VPS bei Nexthosting ab dem Tarif VPS Einfach für 6,49 € im Monat der passende Einstieg; für größere Projekte gibt es Root Server ab 29,99 € im Monat. Bei Fragen zur Portkonfiguration hilft dir unser Team direkt weiter.
Die Java Edition nutzt standardmäßig Port 25565 über TCP und UDP, die Bedrock Edition die UDP-Ports 19132 und 19133. Du kannst den Port in der server.properties ändern, musst ihn dann aber auch in der Firewall und gegebenenfalls im Router anpassen. Spieler hängen einen abweichenden Port mit Doppelpunkt an die Adresse an.
Am schnellsten geht es per PowerShell mit New-NetFirewallRule, je eine Regel für TCP und UDP. Alternativ legst du in der Windows Defender Firewall unter “Erweiterte Einstellungen” eine neue eingehende Regel für den Port an. Achte darauf, dass die Regel für das aktive Netzwerkprofil gilt.
Nein, für den Spielbetrieb brauchst du Port 80 auf deinem Server nicht. Er ist für Webserver gedacht und wird nur relevant, wenn du auf derselben Maschine eine Website, ein Dashboard oder einen Ressourcen-Download per HTTP anbietest. Öffne ihn nur in diesem Fall.
Nein. Ein gemieteter Gameserver hat eine öffentliche IP im Rechenzentrum, Port-Forwarding am Heimrouter entfällt. Bei einem VPS oder Root-Server verwaltest du die Firewall dagegen selbst und gibst die benötigten Ports dort frei.